Gottesdienste wie in den Vermeldungen! Es ist nicht mehr notwendig die Meldebögen ausgefüllt.

Die Katholische Pfarrei St. Mathilde Quedlinburg

Anregungen und Ideen

Einleitung zum 1. Adventssonntag 2021

von Beate Degenhardt

von Pfarrer Winfried Runge

Liebe Schwestern und Brüder,
Eine Verheißung!
Eine Verheißung ist uns gegeben -
Für jedes Haus, für jeden Haushalt – aber auch für ein ganzes Volk...
Wir brauchen das in diesen Tagen mehr denn je – eine Verheißung.
Keine Versprechen!

Versprechen nehmen wir natürlich auch gern entgegen: „Wenn alle Menschen in
Deutschland ein Impfangebot haben, gibt es rechtlich und politisch keine Rechtfertigung
mehr für irgendeine Einschränkung“
, versprach Heiko Maas im Juli diesen Jahres.
„Dass wir den Menschen ihre Freiheit zurückgeben, wenn sie geimpft oder genesen sind -
das gebietet unsere Verfassung,“
sagte die Bundesjustizministerin Christine Lambrecht im
Mai diesen Jahres.

„Die Pandemie ist besiegt, wenn alle Menschen auf der Welt geimpft sind“, versprach
unsere Bundeskanzlerin schon im Februar.

Das Problem an Versprechen ist: Diejenigen, die diese Versprechen gemacht haben, können
darauf festgenagelt werden, in dem Moment wo sich herausstellt: das Versprechen kann nicht
gehalten werden. So erleben wir es jetzt: Dann gibt es große Enttäuschung bei den Betreibern
der Weihnachtsmärkte, bei den Künstlern, bei all jenen, die merken, wir sind doch nicht
sicher, trotz Impfung, wir müssen uns doch auf weitere Einschränkungen einstellen. Deshalb
gilt der landläufige Grundsatz: „Versprich nie etwas, von dem du nicht ganz genau weißt,
dass du es halten kannst!“

Von einem Versprechen unterscheidet sich eine Verheißung wesentlich in zwei Punkten.
1. sie legt sich zeitlich nicht fest. Jesus ist da ganz klar in seinen Ansagen wenn es um das
Ende der Welt geht: „Die Stunde kennt niemand, nicht einmal der Sohn sondern nur der
Vater.“ Gott legt sich zeitlich nicht fest. Da könnten wir sagen: das ist klug. Aber für uns
Menschen ist es eben auch schwierig auszuhalten. Denn wir würden schon gern wissen,
wann nun endlich etwas geschieht. Was diesen Zustand (und wir warten nun schon 2000
Jahre auf die Wiederkunft Christi) aber erträglich macht, ist der zweite Unterschied zu den
Versprechen, die wir Menschen so geben: Gott steht dahinter als Garant!

Gott garantiert dafür, dass sich seine Verheißung erfüllen wird. Ganz sicher in ihrer Totalität
am Ende der Tage. Aber auch schon davor gab und gibt es immer wieder Erfahrungen, dass
sich ein Teil dieser Verheißungen im Hier und Jetzt erfüllen wird. So ist es bei den Reden
Jesu zum Reich Gottes. So ist es bei den uralten Verheißungen der Propheten. Und deshalb
hören wir sie immer wieder gern – in jedem Advent – und können uns daran nicht satthören
– zumindest geht es mir so.

Bei Versprechen sagen wir spätestens beim 3. Mal: Komm, lass gut sein. Wird sowieso
wieder nix. Anders wenn wir auf Gottes Zusage hören – hier will das Herz sich nicht
enttäuschen lassen und hofft und hält fest an dem, was Gott gesagt hat. Es wird sich erfüllen
– wie auch immer – wo auch immer – wann auch immer.

„In deinem Haus wird Gott den gerechten Sproß aufsprießen lassen,“ so haben wir es heute
gehört. Wir kennen den Sproß: Jesus von Nazareth. Wir gehen auf das Fest seiner Geburt zu
– und wir hoffen, dass er neu auch in uns geboren wird – er möchte da sein in unserm Leben,
in unseren Familien. Er möchte eine Rolle spielen, Partner sein. Wenn wir es zulassen, dann
wird er neu aufsprießen in unserem Leben, in unseren Häusern.

Geben wir seiner Verheißung einen Raum. Amen.