Gottesdienste wie in den Vermeldungen! Ab dem 06.12.2021 gilt in Gottesdiensten die 3G-Regel. Bringen Sie Ihren Impf-, Genesenen- oder Testnachweis mit. Nach Möglichkeit nutzen Sie den Meldebogen und bringen Sie ihn ausgefüllt mit.

Die Katholische Pfarrei St. Mathilde Quedlinburg

Anregungen und Ideen

Einleitung zum 3. Adventssonntag 2021

von Beate Degenhardt

Predigt zum 3. Advent 2021

von Pfarrer Winfried Runge

Eine Kerze leuchtet heute in unserem adventlichen Haus.
Eine Kerze genügt, um einen Raum in ein warmes,
freundliches, vorweihnachtliches Licht zu tauchen.
Die Gesichter derer, die am Tisch sitzen, werden erhellt und
sind deutlich erkennbar – im besten Falle sind sie froh gelaunt,
freundlich, wohlwollend, entspannt. Der Rest des Raumes
lässt sich eher erahnen – ist nur facettenhaft angedeutet...

Ist es nicht auch so mit dem Licht Gottes in unserem Leben?
Es leuchtet unser Leben aus – bringt alles zum Vorschein –
das Schöne wie das Hässliche. Das Hässliche zieht es aber
nicht nach vorn, in gleißendes Licht sondern zeigt es uns in
der Art, dass wir es gerade so erkennen und dennoch
annehmen können. Auch das, was nicht schön ist, das, was
die Tradition mit „Sünde“ bezeichnet, dessen wir uns schämen
und nicht rühmen, auch das sollen wir uns anschauen...

Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht
zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer
aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird,
dass seine Taten in Gott vollbracht sind. So spricht Jesus im
Johannesevangelium. Das drückt diesen Gedanken noch
einmal anders aus – das Gute präsentieren wir gern, im Licht
der Öffentlichkeit, damit es alle sehen – das Schlechte
verstecken wir lieber, aus Scham. Und doch muss es zu Gott
gebracht werden, in sein Licht, damit es vergeben, geheilt,
gelöst und gewendet werden kann.

Johannes der Täufer zeigt uns heute, wie das geht. Seine
Umkehrpredigt ist sehr konkret. Vielleicht haben sich an ihm
die früheren Ständeseelsorger orientiert: je konkreter eine
Empfehlung in die jeweilige Lebenssituation hinein gegeben
werden kann, um so wirksamer ist sie – es ist das Gegenteil
von einem allgemeinem frommem, oberflächlichem Gelaber.
Ich vermute, dass darin auch ein Schlüssel zu einer neuen
Praxis der geistlichen Begleitung und der Beichte liegt – keine
Absolution von der Stange vor Weihnachten und Ostern, weil
es wieder mal dran ist, sondern ein konkretes, persönliches
Eingehen auf die jeweilige Lebenssituation.
Johannes der Täufer empfiehlt den einfachen Gläubigen
Anderes als den Soldaten und wieder Anderes den Zöllnern.
Er kennt ihr Leben, er weiß was sie tun und er weiß, worin sie
sich oft ganz konkret schuldig machen, in welche Falle sie
regelmäßig tappen. Und dort setzt er an.

Wir werden heute ermuntert, selber in uns zu gehen und unser
Leben anzuschauen und ebenso ganz konkret zu werden und
uns sagen zu lassen, was nicht stimmt und was nicht gut ist.
Manche Familien haben darin eine eigene Praxis entwickelt,
wie sie einander helfen, die Atmosphäre immer wieder zu
bereinigen. Auch unter guten Freunden ist dies möglich.
Wir brauchen alle jemanden, der uns liebevoll auf unsere
Schwächen hinweist. Eine gute Beichte braucht diesen Vorlauf
– bei Matthäus heißt dies: die brüderliche Zurechtweisung.
Bringen wir in Ordnung, was nicht in Ordnung ist, damit
Weihnachten werden kann.

Noch einmal Jesus im Johannesevangelium: „Ich bin
als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich
glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. Solange ihr das Licht bei
euch habt, glaubt an das Licht, damit ihr Töchter und Söhne
des Lichts werdet!
Amen.

Gaudete! Freuet euch im Herrn!